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Altbausanierung im Rhein-Main-Gebiet: Worauf Sie achten müssen
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Das Rhein-Main-Gebiet hat einen der ältesten Gebäudebestände Deutschlands. In Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und den umliegenden Städten prägen Häuser aus den 1890er bis 1970er Jahren das Stadtbild. Altbausanierung in dieser Region hat ihre eigenen Besonderheiten — andere Konstruktionsweisen, andere typische Schäden, andere Fördermöglichkeiten. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Tipps für Eigentümer im Rhein-Main-Gebiet zusammen.
Welche typischen Schäden finden sich in Altbauten?
Gebäude aus verschiedenen Bauphasen zeigen unterschiedliche Probleme:
Gründerzeit und Vorkriegsbauten (vor 1945): Massive Ziegelwände, Holzbalkendecken, Bleirohr-Leitungen. Häufige Probleme: Feuchteeinträge durch die Fassade, verrottete Holzbauteile, Elektrik aus der Vorkriegszeit. Energetisch oft gut durch die Massivität — aber mit großem Verbesserungspotenzial.
Nachkriegsbauten (1945 bis 1970): Ziegelbauweise, keine Dämmung, einfach verglaste Fenster, häufig Kanalisation aus Steinzeugware. Sanierungsbedarf: Dämmung, Heizung, Fenster, ggf. Leitungen.
Gebäude aus den 1970er und 1980er Jahren: Bereits erste Dämmansätze, aber oft unzureichend. Häufige Probleme: Wärmebrücken durch Betonplatten, Flachdächer mit Dichtungsmängeln, frühe PVC-Leitungen. Energetisch oft die schlechtesten Gebäude.
Was kostet die Altbausanierung im Rhein-Main-Gebiet?
Die Kosten für eine Altbausanierung liegen 2026 bei 400 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter für eine umfassende Sanierung. Ein typisches Einfamilienhaus aus den 1960er Jahren mit 120 Quadratmetern kostet damit 50.000 bis 145.000 Euro.
Besonderheiten im Rhein-Main-Gebiet: Handwerkerpreise liegen hier rund 10 bis 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dafür sind Fördermittel gut erschlossen — die WIBank Hessen bietet ergänzende Programme zu KfW und BAFA.
Was muss bei der Altbausanierung besonders beachtet werden?
Feuchtigkeit geht vor allem anderen: Bevor teuer gedämmt wird, müssen alle Feuchtigkeitsquellen beseitigt sein. Gedämmte feuchte Wände verschlechtern sich schneller als ungedämmte.
Denkmalschutz prüfen: Im Rhein-Main-Gebiet stehen viele Gründerzeitgebäude unter Denkmalschutz. Das schränkt Außenarbeiten ein und kann energetische Maßnahmen an der Fassade unmöglich machen — macht aber bestimmte Sanierungen steuerlich attraktiver (§ 7i und § 10f EStG).
Schadstoffe einplanen: Gebäude aus den 1960er bis 1980er Jahren enthalten häufig Asbest (Fliesenkleber, Dachplatten), PAK in Parkettklebern oder KMF-Dämmstoffe der ersten Generation. Eine Schadstoffuntersuchung vor dem Abriss ist Pflicht und kostet 500 bis 1.500 Euro.
Welche Fördermittel gibt es für Altbauten?
Altbauten profitieren besonders von der BEG-Förderung: Wer ein unsaniertes Gebäude auf Effizienzhaus-Standard bringt, erhält über KfW 261 bis zu 45 Prozent Tilgungszuschuss. BAFA fördert Einzelmaßnahmen mit 15 bis 20 Prozent. Ergänzend: WIBank-Programme in Hessen und steuerliche Absetzbarkeit nach § 35c EStG. Alle Angaben sind indikative Richtwerte — ein Energieberater berechnet die konkreten Förderhöhen.
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