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KfW oder BAFA? So finden Sie das richtige Förderprogramm

Ranovo Redaktion10.07.20266 Min.

Projekt in Dämmung & Fassade anfragen?

Der Grundunterschied: Kredit versus Zuschuss

„KfW oder BAFA?" ist eine der häufigsten Fragen bei der Sanierungsplanung — dabei schließen sich die beiden Förderwege gar nicht gegenseitig aus, sie decken meist unterschiedliche Maßnahmen ab.

KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau): vergibt überwiegend zinsgünstige Kredite über Ihre Hausbank, teils mit zusätzlichem Tilgungszuschuss. Eine Ausnahme ist der Heizungstausch (Programm 458), der als direkter Zuschuss ausgezahlt wird.

BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle): vergibt reine Direktzuschüsse über das Programm BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM) — das Geld kommt ohne Rückzahlungsverpflichtung.

Wann greift die KfW?

Drei KfW-Programme sind für Sanierungen relevant:

  • KfW 458 – Heizungsförderung: Zuschuss für den Einbau einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien (Wärmepumpe, Pellet, Wärmenetzanschluss). Grundförderung 30 %, mit Klimageschwindigkeits-Bonus (+20 %) und Einkommens-Bonus (+30 %) sind bis zu 70 % möglich — förderfähig bis 30.000 € (Einfamilienhaus), also maximal rund 21.000 € Zuschuss.
  • KfW 261 – Wohngebäude-Kredit: zinsgünstiger Kredit mit Tilgungszuschuss für umfassende Modernisierungen zum Effizienzhaus-Standard (85/70/55/40) — der richtige Weg bei einer Komplettsanierung mit klarem Zielstandard, nicht bei einzelnen Maßnahmen.
  • KfW 270 – Erneuerbare Energien Standard: reiner Förderkredit für Photovoltaik und Batteriespeicher, finanziert bis zu 100 % der Investitionskosten, Effektivzins ab rund 3,8 % p. a. (Stand Juni 2026, bonitätsabhängig).

Wann greift die BAFA?

Die BAFA ist seit 2024 nicht mehr für den Heizungstausch zuständig — dieser läuft komplett über KfW 458. Die BAFA fördert stattdessen über BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM):

  • Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke
  • Fenster- und Türentausch
  • Anlagentechnik und Heizungsoptimierung (z. B. hydraulischer Abgleich)

Fördersatz: 15 % Grundförderung, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) +5 % auf 20 %. Förderfähig sind bis zu 30.000 € pro Wohneinheit und Jahr, mit iSFP bis 60.000 €.

Können Sie beide kombinieren?

Ja, in vielen Fällen. Der KfW-Wohngebäude-Kredit (261) lässt sich mit der KfW-Heizungsförderung (458) kombinieren — beides läuft über die KfW, aber als getrennte Programme für unterschiedliche Maßnahmen. Auch eine Kombination aus BAFA (z. B. Dämmung) und KfW 458 (Heizung) im selben Sanierungsvorhaben ist möglich, solange nicht dieselben Kosten doppelt gefördert werden.

Ein Beispiel: Sie tauschen die Heizung gegen eine Wärmepumpe (KfW 458) und dämmen im selben Zug die Fassade (BAFA BEG EM). Beide Anträge laufen getrennt, beziehen sich aber auf unterschiedliche Gewerke — das ist ausdrücklich vorgesehen.

Der iSFP als Sonderfall

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist eine geförderte Energieberatung (50 % Zuschuss zum Honorar, max. 650 € bei Ein-/Zweifamilienhäusern bzw. 850 € bei größeren Wohngebäuden). Er lohnt sich fast immer doppelt:

  • Er erhöht den BAFA-Fördersatz bei Einzelmaßnahmen um 5 Prozentpunkte
  • Er verdoppelt die förderfähige Kostengrenze pro Wohneinheit und Jahr

Wichtig: Der iSFP-Bonus gilt nur für BAFA-Einzelmaßnahmen — beim KfW-Heizungstausch (458) gibt es keinen iSFP-Aufschlag.

Die Faustregel zum Mitnehmen

  • Nur die Heizung tauschen → KfW 458
  • Nur Gebäudehülle (Dämmung, Fenster) oder Anlagentechnik → BAFA BEG EM (idealerweise mit iSFP)
  • Komplette Modernisierung zum Effizienzhaus → KfW 261, ergänzt um KfW 458 für die Heizung
  • Photovoltaik oder Speicher → KfW 270

In allen Fällen gilt: Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt sein, sonst entfällt der Anspruch — unabhängig davon, welches Programm greift.

Ranovo hilft bei der Einordnung

Egal ob Heizung, Dämmung oder Komplettsanierung — über Ranovo erhalten Sie zu Ihrer Anfrage einen indikativen Förder-Überblick und werden mit geprüften Fachbetrieben aus dem Rhein-Main-Gebiet vermittelt, die die verbindliche Antragstellung mit Ihnen klären. Mehr Details finden Sie auf unserer Förder-Übersichtsseite.

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